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Pläne

1710 zeichnete Samuel Bodmer den „ Plan und Grundriss von dem so genannten Cander Wasser“ im Massstab von c. 1 : 15 000. Der Plan misst 105 x 126 cm, ist eine leicht kolorierte, feine Federzeichnung. Sie ist der eigentlich Bauplan für die Ableitung der Kander in den Thunersee. Neben der Darstellung des alten und neuen Kanderlaufs zeigen die Schnitte das Ausmass der Abgrabungen: Abtragen des Hügelzugs auf einer Länge von 400 m, 47 m tief Sohlenbreite 30 m 680 000 m3 Aushub

1717 verfasste Bodmer den „Plan und Grund Riss von dem Kander Fuhrt und desselben Kissgrund, wie selbiger an jedweder Gemeind liget und inhaltet, von dem Durchschnitt bey Strättlingen bis an die Aar sambt einem in der mitte durchgechenden Grabaen15 Schu breit, so die Gemeinden voneinander marchet“.

Der Plan stellt das alte Kanderbett mit den Anteilen der anstossenden Gemeinden dar. Die Federpinselzeichnung im Massstab von ca. 1: 8000 ist 76 cm hoch und 393 cm lang. Sehr schön sind die perspektivischen Zeichnung der Brücken. Besonders erwähnenswert ist der Schnitt durch die Abgrabung mit dem (bereits ausgeweitetem) Stollen vor dem Einsturz.
Im Vermarchungsplan  plante Bodmer in der Mitte des Kanderbettes eine 4,5 m breiten Scheidgraben, der u.a. mit aus der Simme abgeleitetem Wasser die Wasserräder von Thierachern, Allmendingen und weiteren Gemeinden hätte versorgen sollen. Das Projekt wurde aus Kostengründen nicht verwirklicht. Dafür leitete man den Glütschbach durch das alte Kanderbett (siehe Glütschbachkanal).

Von den eingezeichneten Grenzsteinen ist zumindest einer noch erhalten. Er befindet sich im Lerchenfeld (Koordinaten 46.769369 7.600347)

 

 

Johann Adam Riediger (1689- 1756) zeichnete 1716 den „Plan des neüen Canals von der Kander und dessenb alten Laufs samt der Gegne bey ThuN“ im Masstab von ca. 1: 5000. Der Plan ist eine feine Tuschzeichnung, 92 cm hoch und 203 cm breit. Er zeigt den ehemaligen Kanderlauf und die neue Ableitung in den Thunersee. Obwohl erst zwei Jahre seit der Ableitung vergangen ist, zeigt der Plan bereits deutlich das „ in den See aufgeworfene“ Kanderdelta und die Rückwärtserosion bis auf die Höhe der Reutiger Allmend.

 

PLÄNE

STAATSARCHIV BERN

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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