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Jenner Samuel (1653 - 1720)

Geboren 1653 in Bern, gestorben am 6. März 1720 in Schinznach. Sein Vater war Landvogt von Landshut. Jenner war ab 1691 Grossrat, ab 1696 Konzessionär der Badequelle Schinznach, von 1703 bis 1709 Unterspitalvogt. Er bildete sich bei seinem Schwager Abraham Dünz dem Älteren zum Steinmetz  aus. Von 1688 bis 1703 war er für den Unterhalt des Berner Münsters und der kirchlichen und obrigkeitlichen Anlagen verantwortlich. In dieser Eigenschaft war er auch verantwortlich für den Betrieb der Blei- und Silberminen im Lauterbrunnental.  Jenner errichtete auf dem Land Brücken, Kirchen, Pfarr-, Verwaltungs- und Lagerhäuser. Privat baute er während dieser Zeit das Zunfthaus zum Distelzwang in Bern und seine eigene Badeanstalt in Schinznach. Er galt als ein Hauptmeister des ausgehenden Berner Frühbarocks, der die lokale Werkmeistertradition behutsam mit auswärtigen Entwicklungen verband und weiter entwickelte. Als Baugutachter war er 1711 bis 1714 Mitglied des Kanderdirektoriums.

Im Dezember1711 schlug er dem Direktorium vor, an Stelle der riesigen Erdbewegungen im Tagebau einen bergmännisch einen Stollen voranzutreiben. Widerwillig und trotz vieler Bedenken erhielt Jenner die Erlaubnis, auf eigene Rechnung einen Stollen zu erstellen. Von Dezember 1711 an wurde also gleichzeitig von oben her abgegraben und von untern von zwei Seiten her ein Stollen gebohrt. Im Dezember 1713 war der Stollen fertig. Eine Randnotiz von Jenner auf einer Rechnung besagt:
„Das Cander Wasser ist hinein gelassen den 12.Dec. 1713 morgens umb 9 Uhren.“ Erst im Mai 1714 stellte das Kanderdirektorium die oberirdischen Grabarbeiten ein.

Jenners Stollen
300 m lang
12 m breit
4,5 m hoch
23 % steile Schussrinne in den See

QUELLEN:

INTERNET. Historisches Lexikon der Schweiz, Juli 2015
FRED HEER. Die Ableitung der Kander in den Thunersee. In: Jahresbericht der Stiftung Schlossmuseum Thun 2011, S. 48 f. und in: Hans Schmitter, Benz, Kulturkommission, Schul- und Volksbibliothek Thierachern, 2012

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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