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Hochwasserschutz

Durch die Einleitung der Kander wurde die das Einzugsgebiet des Thunersees von 1'270 km2 auf 2490km2 erhöht. Die Fläche des Thunersees beträgt nur 48.4 km, was nur 2 % der Fläche des Einzugsgebietes entspricht, was sich im Vergleich mit anderen Schweizer Seen, wie z.B. dem Zürichsee (5%) ungünstig auswirkt.
Bei Thunersee beträgt der  Unterschied zwischen Niedrigwasser- und Hochwassergrenze 1.3 m.
Kander und Simme führen bei Hochwasser sehr grosse Wasser- und Geschiebemengen, die den Thuneersee direkt erreichen und zusammen mit der Aare innert kurzer Zeit zum Anstieg des Sees führen können
Der Spielraum für die Seeregulierung bei Hochwasser ist sehr gering. Die Hochwassergrenze von 558.30 m ü.M. wurde seit der Ableitung der Kander mehrfach überschritten. 1999 stieg der Wasserspeigel auf 559.17 m ü.M. und 2005 sogar auf 559.25 m ü.M.
Bei den Ereignissen von 1999 und 2005 wurden noch in mehreren hundert Metern Entfernung vom Ufere Schäden an Gebäuden und Mobiliar verzeichent. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Im Mai 1999 waren insgesamt 125 ha betroffen. Schäden entstanden auf über der Hälft der Fläche nicht durch Überflutungen, sondern durch aufsteigendes Grundwasser (Grundwassereinbrüche in Kellern) und Rückstau in der Kanalisation.

Quelle:
Kanderdurchstich – ein wasserbauliches Experiment Reutigen – Thun,
Führer 6.3 in der Reihe Wege durch die Wasserwelt, Hydrologische Exkursionen in der Schweiz, Hydrologischer Atlas der Schweiz, Bern 2013

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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