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Glütschbach und Glütschbachkanal

Der Glütschbach ist ein 26 km langer linker Zufluss der Aare und der Kander. Er entsteht aus dem Zusammenfluss mehrere Wildbäche, die an der Nordflanke der Stockhornkette entspringen. Er fliesst durch das Reutigenmoos und Glütsch. Im Hani besteht ein Regulierungswehr, das den Glütschbach teilt. Ein Teil stürzt sich in die durch die Schlucht fliessende Kander, der andere Teil fliesst durch das ehemalige Kanderbett weiter, danach durch Thierachern und Uetendorf und mündet bei Uttigen in die Aare.

Situation Ende 17. Jahrhundert:
orange: Kander
gelb: Glütschbachkanal

Private Unternehmer fassten 1696 die Quellbäche am Stockhorn zusammen und leiteten das Wasser in einem Kanal (Glütschbachkanal) über die Reutiger Allmend gegen Glütsch und das Hani, von dort aus durch einen Stollen in der Bürgliflue, weiter überhöht als „Suone“ dem linken Kanderufer entlang zu den heutigen „Tropfsteinhöhlen“, von dort in einem Aquädukt aus Holz auf die rechte Talseite, durch die Wässeriflue ins offene Land. Die Unternehmer verkauften das Wasser an die Bauern zum Hausgebrauch und zur Bewässerung der Matten. 1697 wurde der Kanal in Betrieb genommen. Der leicht erhöhte Kanal ermöglichte, das Wasser auch auf abgelegene Felder zu leiten. Für fünf Batzen konnte man ein Jahr lang eine Juchert Land bewässern Da die Unterhaltskosten höher waren als die Einnahmen, liessen die Eigentümer die Anlage verlottern. Im Projektplan von Samuel Bodmer ist das hölzerne Aquädukt über die Kander im Bereich der heutigen Tropfsteinhöhlen als verfallendes Bauwerk eingezeichnet.

Am 30. Januar 1715 erklärte der Grosse Rat die Konzession für den Glütschbachkanal für ungültig. „Nun leitete man den Glütschbach durch das alte Kanderbett bis zur Steghalten. Von da wurde ein neues Bachbett über die Thuner Allmend bis zur Mühlematt Thierachern angelegt. Hier wurde das Wasser wieder durch den alten Kanal, durch den bis zur Kander-Ableitung Kanderwasser floss, zur Mühle in Thierachern sowie zur Mühle und zur Säge in Uttigen geleitet; dann floss es in die Aare. Zur Mühle und Säge in Uttigen leitete man durch einen Kanal noch zusätzlich Wasser aus der Aare.“(HÄNNI 1997, S. 237) In der Steghalte wurde ein Wehr erstellt, von dem das Allmendingenbächlein abgezweigt wurde. 1908 wurde nach dem Prozess über die Wasserrechte vereinbart, dass 1/8 nach Allmendingen fliessen soll (Bewässerung der Felder, Hausgebrauch), 7/8 nach Thierachern (Mühlebach): Flurnamen wie Chandergrienwald und Chandermatte erinnern daran, dass früher einmal die Kander durch das „Glütschbachtal“ hindurchfloss.



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QUELLEN
INTERNET, Wikipedia, Juli 2015
LOUIS HÄNNI. Strättligen. Schaer Verlag Thun, 2. Auflage,1997

BILDER: Staatsarchiv

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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