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Bodmer Samuel (1652 - 1724)

Der Umschlag des Jahrbuchs zeigt Samuel Bodmer mit einem Gehilfen.

 

Samuel Bodmer wurde geboren am 25. Dezember 1652 in Bern, starb  am 3. Oktober 1724 in Oberburg,
Bodmer stammt aus einer Zürcher Patrizierfamilie, die 1614 in Bern eingebürgert wurde. Seine Eltern besassen u. a. mehrere Mühlen. Bodmer trat um 1680 in die bernische Artillerie ein, wo er bis zum Leutnant aufstieg. Er war der einzige Offizier, der nicht vorher als Söldner in fremden Diensten stand. 1695 erwarb er das Schlossgut und das Bürgerrecht von Amsoldingen. Als Herr von Amsoldingen bezog er seine Einkünfte aus seinem Gut und der dortigen Schlossmühle, was ihm erlaubte, sich aus Freude ganz der Feldmesskunst zuzuwenden. Eine 1701 verfertigte geometrische Zeichnung des Wegs über die Gemmi erschien im dritten Band von Johann Jakob Scheuchzers Naturgeschichte. Der „Plan des Laufs Zihl und der Aare vom Bielersee bis Rüti mit Vorschlag eines Kanals bei Bürglen“ nachm bereits das Projekt der Juragewässerkorrektion 1868 bis 1891 in wichtigen Punkten vorweg. Das Resultat der 1706 bis 1717 durchgeführten Vermessung sämtlicher Berner Grenzen im „March-Buch“ niedergelegt. Er projektierte die Ableitung der Kander in den Thunersee und leitete die Arbeiten am Durchstich von 1712 bis 1714.

Auf Bodmers Plan von 1710 hält ein vor Selbstbewusstsein strotzender Berner Bär seine rechte Pranke auf einen prall gefüllten Geldsack, während seine linke Pranke auf folgenden Vers verweist:
Durch diese meine grosse Stärke
Thue ich solche Wunderwercke.
Berg durchgraben, Ström versetzten,
Meinem Volk und Land zum Besten.
Gott steure aller Nyderen Will
Und segne mich mit seiner Füll.

Als Thun in der Folge noch mehr unter Überschwemmungen litt, drohten die Thuner Bodmer als Hauptverantwortlichen und Initianten zu „steinigen“, wenn sie ihn erwischen sollten. Daher verkaufte er 1717 das Schloss Amsoldingen mit Landgut verkauft und zog nach Oberburg.

QUELLEN:
Historisches Lexikon der Schweiz,
LOUIS HÄNNI 1997,

BILD:  UTB

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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