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Bau

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Samuel Bodmer organisierte die  Bauarbeiten militärisch. Er verfügte über einen Stab mit Feldprediger, Fähndrich, Spielleuten, Profossen (Ordnungskräften) und Wächtern.
Die bis zu 400 Arbeitskräfte setzten sich wie folgt zusammen:

  • Vorarbeiter und Spezialhandwerker  (12 bis 24
  • angestellte Taglöhner (200 bis 300)
  • von den Gemeinden gestellte Fronarbeiter ( 50 bis 80)
  • "arme“ Leute (60 bis 100)

Die Instruktionen des Kanderdirektoriums sahen folgenden Tagesablauf vor: 12 Stunden Arbeit: Von 5 bis 19 Uhr mit Pausen zwischen 7 und 8, 12 und 13 Uhr Dafür erhielt ein Taglöhnere drei Batzen pro Tag (siehe Baukosten und Löhne). Dazu kamen die Zwischenverpflegungen mit je einer Ration Mus und einer Ration Brot.

Samuel Bodmers Kostenvoranschlag sah Aufwendungen von rund 45 000 Talern bei Einnahmen von rund 15 000 Talern aus Beiträgen des Landvolks und aus dem Verkauf des Kandergrunds vor. Im Einzelnen gliederte sich der Kostenvoranschlag wie folgt:

Aufwendungen

in Taler

Erdbewegungen

35’107

Steinerne Strassenbrücke bei Einigen

  3'000

Landbedarf

  1’750

Versetzung der Mühlen in Thun

  2’000

Allerhand Werkzeug

  1’000

Überführung des Gesigenbachs über die Kander

     500

Verschiedenes wie Sprengung von Fels, Tieferlegung der Schwellen in Thun

  2’000

Total

45’357

 

 

Erträge

In Taler

Beiträge des Landvolks

  8’776

Verkauf des Kandergrunds

  7’000

Total

15’776


Geht man davon aus, dass um 1700 1 Taler 4 Pfund oder 30 Batzen entsprach, ein Haus in Bern 1710 um 2000 Pfund kostete, entsprechen die Baukosten von 180 000 Pfund dem Gegenwert von 90 Häusern, etwa der Hälfte der Staatseinnahmen Berns im Jahre 1710.
Zum Vergleich: Der Jahreslohn einer Magd in Bern betrug 150 Batzen, eines Handwerkgesellen  zwischen 300 und 500 Batzen.
Der Name Batzen dürfte sich von „Bär“ = „Batz“(Petz) als Prägebild ableiten.

QUELLEN

INTERNET. Studer: “unvollständige“ Aufstellung von Geld, Gewichten und Massen in der Stadt, dann in der Republik, im Kanton, wieder in der Republik und erneut im Kanton Bern, ab 1218 bis 1877“

FRED HEER. Die Ableitung der Kander in den Thunersee. In: Jahresbericht der Stiftung Schlossmuseum Thun 2011, S. 48 f. und in: Hans Schmitter, Benz, Kulturkommission, Schul- und Volksbibliothek Thierachern, 2012

Meist wird der Name Schadau als Aue, in der Überschwemmungen Schaden anrichteten, gedeutet. Nahe dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee befand sich bis zum Abbruch 1848 ein Landsitz, der von einer wehrhaften Mauer umgeben war. 1837 kaufte der Bankier Abraham Denis Carl Alfred de Rougemont-de Pourtalès das Landgut und liess die bestehenden Gebäude abbrechen Nur noch das sechseckige Türmchen direkt an der Aare zeugt vom früheren Schlösschen. Das neue „Schloss Schadau“ wurde 1852 fertiggestellt. Um 1900 gehörte den Rougemonts ein 40 000 m2 grosses Anwesen. 1908 nahm sich Alfred Denis de Rougemont das Leben. Er setzte seinen 4-jährigen Neffen Henri Alexander als Erben ein. Dessen Vater, Baron Swaine, liess das Anwesen 1917 zur Bezahlung seiner Spielschulden öffentlich versteigern. Ein regionales Baukonsortium erwarb das Anwesen, parzellierte es teilweise (Häuser an der Karl-Koch-Strasse) und verkaufte einen Teil des Landes (Schloss mit Park, Grundstück für Gymnasium und Schadausaal) später der Stadt Thun.

STADT THUN (Hg.). Schloss Schadau, Renovation 1954-1996, Oktober 1997 STADT THUN (Hg.). Kirche Scherzligen Thun, Restaurierung Kirche, Neubau Sakristei 2002-2003, Dezember 2006

BILD: Louis Hänni

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